Lebenslange Leselust

Vorlesen für Seniorinnen und Senioren


Grundsätzlich gilt:

Nach der Kontaktaufnahme mit einer Einrichtung sollte das gewünschte Angebot abgesprochen werden. In den meisten Fällen wird eine Mischung aus Vorlesen, Erzählen und Austausch gewählt; die Kommunikation sollte in jedem Fall im Vordergrund stehen. Viele ältere Menschen wünschen sich die Gelegenheit, von eigenen Erfahrungen, Erlebnissen und Erinnerungen zu erzählen - das Vorlesen bietet hier oft den Anstoß dazu.

Wichtig ist immer, dass die Kompetenzen und Ressourcen der Älteren geschätzt und ggf. einbezogen werden – ob es sich dabei um die Textsicherheit bei Reimen und Gedichten, die Kenntnis von Volksliedern oder Alltagswissen handelt.

Gerade bei älteren Menschen ist es besonders schön, wenn die Vorleseaktionen unter ein Motto gestellt werden und man z.B. Lieder, Geschichten, Gegenstände, Zeitungsberichte oder Ähnliches zu einem bestimmten Thema kombiniert. Dann bleibt ein nachhaltiger Eindruck - und alle Zuhörer/innen können sich in der einen oder anderen Weise einbringen.

Der ewige Brunnen

Der ewige Brunnen ©C. H. Beck Verlag

Bereits Goethe liebäugelte mit dem Gedanken, eine umfassende Sammlung deutscher Gedichte zusammenzustellen und diese thematisch zu ordnen. Leider hat er diese Idee nie verwirklicht. Die vorliegende Sammlung erschien erstmals 1955 und wurde seitdem unzählige Male neu aufgelegt. Die Widmung auf der ersten Seite lautet „Meiner neunzigjährigen Mutter als Dank für die vielen Gedichte, die sie mich von Kind an gelehrt hat“. Nun ist es heute ganz und gar nicht mehr selbstverständlich, dass Gedichte in der Familie weitergegeben werden. Vielen Lesern ist vielleicht noch ein Teil der „Bürgschaft“ oder „Der Erlkönig“ bekannt – die ihnen in der Schule wohl oft eher eingepaukt als nahe gebracht wurden. Im „Ewigen Brunnen“ sind nun bekannte und unbekannte, klassische und neuere Gedichte nach Themengebieten wie Jugend, Natur, Vaterland, Glauben etc. zusammengefasst; so stehen z.B. im „Buch der Liebe“ Goethe und Uhland neben Werner Bergengruen und Ricarda Huch und im „Buch der Heiterkeit“ hat Joachim Ringelnatz ebenso seinen Platz wie Wilhelm Busch.

Eine wunderbare Sammlung von tiefgründigen, heiteren, leidenschaftlichen, pathetischen und weisen Versen, die – im besten Sinne – ein „Hausbuch deutscher Dichtung“ darstellen. Ein Verzeichnis der Dichter sowie der Gedichtanfänge und -überschriften macht das Buch auch zu einem hervorragenden Nachschlagewerk.


Informationen

Seitenzahl: 1133 S.
Autor/Herausgeber: Ludwig Reiners (Hrsg.)
Verlag: C. H. Beck Verlag
Erscheinungsjahr: 2007
Erscheinungsland: Deutschland
ISBN: ISBN 978-3-4065-3638-0
Preis: 19.90 €