Bamberger Lesefreunde

Bamberger Lesefreunde

„Bamberger Lesefreunde“ ist ein Projekt für die Förderung der frühkindlichen Sprachentwicklung und für die Vermittlung eines positiven Verhältnisses zu den Büchern. Angefangen hat das Projekt im Jahr 2009 auf ehrenamtlicher Basis. Im Oktober 2008 wurde das Nürnberger Praxisprojekt „Lesefreude durch Lesefreunde in den Kindertagesstätten“ auf der ersten Integrationsmesse in Bamberg vorgestellt. Nach dieser Vorstellung nahmen sich einige engagierte BambergerInnen als Ziel dieses Projekt auch für Bamberger Kinder zu realisieren.

Sie gründeten den Arbeitskreis „Lesefreunde“ und fingen ehrenamtlich an, das Projekt in Bamberg zu verwirklichen. Im September 2010 übernahm der Migrationssozialdienst der Arbeiterwohlfahrt in Kooperation  mit dem Migrations- und Integrationsbeirat der Stadt Bamberg die Trägerschaft. Das von der Stadt Bamberg geförderte Projekt wird seither dank des großartigen Einsatzes vieler ehrenamtlicher Lesefreunde und Lesefreundinnen erfolgreich durchgeführt.
Rund 80 Lesefreunde besuchen zurzeit Kinder in Bamberg, um durch gemeinsames „dialogisches“ Lesen Freude am Buch zu wecken. Die ehrenamtlichen Vorleser sind tätig in Kindertageseinrichtungen, Mittagsbetreuungen der Schulen und sonstigen Einrichtungen sowie in Familien.

Gemeinsam mit ihrer Lesefreundin oder ihrem Lesefreund tauchen die Kinder in die Welt der Bücher ein und lassen ihrer Phantasie freien Lauf.
Wie sieht so eine Lesestunde aus? In kleinen Gruppen werden Geschichten vorgelesen, Bilder angeschaut und darüber gesprochen. So wird auf spielerische Art und Weise der aktive Wortschatz der Kinder erweitert. Wie die Erfahrung zeigt, verlieren die Kinder in einem kleinen Kreis leichter ihre Scheu, selbst etwas zu erzählen. Wie die Lesefreunde berichten, werden sie von „ihren Kindern“ stets mit Sympathie und gespannter Erwartung empfangen.


Mit dem Projekt werden alle Kinder mit und ohne Migrationshintergrund gefördert und bei Kindern anderer Nationalitäten wird neben das Erlernen der deutschen Sprache auch die Erstsprache unterstützt. Aus diesem Grund finden in manchen Einrichtungen auch Lesestunden in den Erstsprachen der dort betreuten Kinder statt. Außerdem werden seit Ende 2012 in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei in der Stadtbücherei regelmäßig bilinguale Lesestunden unter dem Titel „Leselei-Geschichte mal zwei“ initiiert. Mit diesem Einsatz möchte das Projekt die Mehrsprachigkeit fördern und die Neugier auf eine andere Sprache wecken und gleichzeitig auch eine Grundlage zur Achtung und Wertschätzung aller Sprachen legen.

Mittlerweile genießen die „Bamberger Lesefreunde“ in Bamberg großes Ansehen. Auch zwei preisgekrönte Bamberger Schriftsteller leisten als Paten wertvolle Unterstützung: der Kinder- und Jugendbuchautor Paul Maar und der zweisprachige Schriftsteller Nevfel Cumart. Dafür sind die Projektverantwortlichen genauso dankbar wie für Spenden renommierter Unternehmen, die eine qualifizierte Aus- und Fortbildung der Lesefreunde sowie den Kauf von Büchern und weiteren Materialien für die Vermittlung des dialogischen Lesens ermöglichen. Wichtige Voraussetzungen für den Erfolg des Projekts sind aber auch die gute Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern (Migrationssozialdienst der Arbeiterwohlfahrt und Migranten- und Integrationsbeirat), die Unterstützung der Stadt und der Stadtbücherei und das Engagement des Arbeitskreises. Mit allen Beteiligten knüpft das Projekt in seinen verschiedenen Aktivitäts-Schwerpunkten Kontakte, von denen sowohl Kinder und Jugendliche als auch Ältere profitieren.