Wir lesen vor!

Buchstabensuppe und Backfantasie

Eine Vorlesekolumne von Christine Sinnwell-Backes

Ich liebe es vorzulesen. Und wenn Sie diese Kolumne lesen, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass uns diese Liebe vereint. Bücher haben für mich schon etwas Magisches. Sie entführen uns in andere Welten, lassen uns in andere Personen oder Rollen schlüpfen. Anderen Menschen vorzulesen, seien es Kinder oder Erwachsene, lässt uns das Glück das wir beim Lesen empfinden, dann auch noch teilen. Und Teilen, das ist der Grundgedanke von „Buchstabensuppe und Backfantasie“. Denn seit vielen Jahren denke ich mir jede Menge Aktionen rund ums Vorlesen aus und einige der Konzepte möchte ich ab jetzt mit Ihnen teilen. 

Bausteine für Vorlesestunden

Buchstabensuppe und Backfantasie ©Christine Sinnwell-Backes

Jeden Monat erwartet Sie an dieser Stelle eine Vorlese- und Backidee, abgerundet mit Buchtipps und Leseempfehlungen, mit Spiel- und Bastelvorschlägen. Direkt dafür gedacht, dass Sie die Idee in Ihrer Vorlesestunde einsetzen können. Gleichzeitig sind Sie dazu eingeladen, Ihre Ideen und Praxisbeispiele zum Monatsthema mit uns zu teilen. So werden wir Monat für Monat eine Ideendatenbank aufbauen, auf die begeisterte Vorlesepaten dann zurückgreifen können. Schicken Sie uns einfach Ihre Idee an netzwerkvorlesen@stiftunglesen.de. Gerne können Sie unsere Vorlage für Ihre Idee benutzen.


Sind Sie dabei?


Ich freue mich auf Sie.


Christine Sinnwell-Backes

Drachenzeit

Liebe Drachenzähmer und Abenteurer,

heute möchte ich Sie mit in die mythischen Welten der Drachen nehmen. Einige Wochen lang haben wir in unserer Lese- und Schreibwerkstatt Besuch von den geflügelten Echsen gehabt. Tolle Drachengeschichten gab es. Dazu haben wir gebastelt, geschrieben und sogar gekocht. Und am Ende – das kann ich Ihnen zu Anfang schon verraten – hätten die Leseratten die Drachenwochen am liebsten noch verlängert.


EINSTIEG

Den Einstieg in die Drachenwochen bildete ein Gedicht von Michael Ende, das Sie vielleicht kennen. „Der Lindwurm und der Schmetterling“ heißt es. Mit diesem amüsanten Gedicht, in dem es am Ende einen Schmetterwurm und einen Lindling gibt, hielten die Drachen bei uns Einzug.

BEWEGEN UND ERZÄHLEN

Wir hatten nach dem Gedicht ein kleines Schmetterlingsspiel vorbereitet: Dazu musste jedes Kind aus Seidenpapier drei Schmetterlinge ausschneiden und auf jeden ein Wort schreiben.

Die Schmetterlinge kamen auf ein großes Tuch und alle Kinder verteilten sich um das Tuch herum. Ein leiser Wind kam auf und die Kinder wiegten das Tuch sachte auf und ab. Rasch nahm der Wind zu und die Schmetterlinge begannen in der Luft zu tanzen, wenn wir das Tuch auf und ab schwenkten. Dann ließen wir die Seidenpapierschmetterlinge ganz hoch fliegen und zogen das Tuch weg. Nun durfte jedes Kind sich einen Schmetterling suchen.

Das Spiel spielten wir in zwei Varianten.

Einfache Variante:

Alle Kinder stehen im Kreis. Das erste Kind fängt an, eine Geschichte zu erzählen, und muss dabei das Wort verwenden, das auf seinem Schmetterling steht. Das zweite Kind erzählt weiter und nutzt ebenfalls das Schmetterlingswort usw.

Schwierigere Variante:

Wieder bilden wir einen Kreis. Doch dieses Mal gehen ein oder zwei Kinder in den Kreis. Sie suchen sich beim Erzählen nach und nach Kinder aus, die dann ihr Wort nennen. Die Erzähler in der Kreismitte binden alle Worte in ihre Geschichte ein. Sind die Kinder sehr klein oder schüchtern, gehe ich selbst mit einem Kind in den Kreis und helfe bei der Geschichte.

GLÜCKSDRACHEN BASTELN UND DAS CHINESISCHE HOROSKOP KENNENLERNEN

Nach diesem Bewegungs- und Erzählspiel wollten wir uns nun aber in den nächsten Gruppenstunden auf die Drachen konzentrieren. Und so reisten wir in der nächsten Woche nach China, wo Drachen ja sehr verehrt werden und oft als Glücksdrachen gelten. Wir steigen mit einer Glücksdrachengeschichte ein und bastelten passende Glücksdrachen dazu. Diese Stunde wurde am Ende von vielen Leseratten auch als das Highlight unserer Drachenwochen angesehen. Die Bastelanleitung der Glücksdrachen haben wir auf der Lesenische verbloggt und zwar hier.

In dieser Woche hatten wir mit den Kindern auch über chinesische Horoskope gesprochen und ihnen erzählt, dass die Chinesen nicht wie wir Sternzeichen nach Monaten zuordnen, sondern dass das Jahr der Geburt entscheidend ist. Das fanden die Leseratten sehr faszinierend und spontan suchten wir für jeden im Internet sein chinesisches Zeichen heraus.

KREATIVE STECKBRIEFE

Kreativ wurde es auch mit unseren Farbdrachen. Dabei durfte jedes Kind sich einen Drachen mit Steckbrief ausdenken, der in einer ganz gewissen Farbe gestaltet wurde. Grüne Grasdrachen, rote Feuerdrachen oder blaue Sturmdrachen entstanden so in unserer Schreibwerkstatt.

KOCHEN UND BACKEN

Doch auch kulinarisch sollte es in den Drachenwochen werden. Mit dem wundervollen Buch „Oskar und der sehr hungrige Drachen“ von Ute Krause erstürmten auch wir die Kochtöpfe.

In dem Buch erwacht ein hungriger Drache und in Ermangelung von Prinzessinnen vor Ort will man dem Drachen ein Kind opfern, um ihn zu besänftigen. Doch Oskar, der als Drachenmahlzeit auserwählt wurde, hat eine Idee: Er kann ganz toll kochen und schlägt dem Drachen vor, dass dieser ihn doch erst einmal mästen könnte, damit mehr an ihm dran ist. Während Oskar die herrlichsten Gerichte zubereitet, wird auch der Drache schließlich ein Freund von Menschenessen und findet es gar nicht mehr so reizvoll, Oskar zu verschlingen.

Unter anderem kocht Oskar in dem Buch Spaghetti und Crêpes und diese Gerichte wollten wir nach dem Vorlesen gleich einmal nachkochen. 25 hungrige Kinder- und Jungdrachenbäuche gab es an dem Tag zu füllen und so machten wir uns eifrig an die Arbeit und kochten bzw. backten in Gruppen aufgeteilt.

Das Rezept für die Spaghetti und Pancakes (die haben wir statt Crêpes gemacht) finden Sie unten als PDF zum Download.

Wir haben uns für die Pancakes etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Pancake-Art! Das bedeutet, dass wir die Pancakes für die Kinder in Form von Drachen, Tieren und anderen Wünschen gebacken haben. Das war ein absolutes Highlight und ist gar nicht so schwer nachzumachen. Eine Anleitung haben wir ebenfalls auf der Lesenische vorbereitet. Die finden Sie hier.

KOMMUNIZIEREN UND ERFINDEN

Den Abschluss der Drachenwochen machte ein besonderes Thema. Wie reden Drachen überhaupt? Haben sie eine eigene Drachensprache? Und wenn sie eine Sprache haben, gibt es dann auch eine Drachenschrift?

Genau hier haben wir thematisch angesetzt und uns eine Drachenschrift ausgedacht. Eine Schrift hatte ich vorbereitet und dabei zu Hause einmal das ABC auf ein Blatt geschrieben und dazu dann zu jedem Buchstaben ein Zeichen chiffriert. An die Tafel hatte ich für die Kinder eine geheime Drachenbotschaft geschrieben, die sie mit Hilfe des vorbereiteten Blattes dann decodieren konnten.
Alle zwei, drei Jahre nehme ich das Thema Geheimschriften in unseren Gruppenstunden durch. Immer in einem anderen Zusammenhang, jedes Mal mit großer Begeisterung auf Seiten der Kinder.

Die nächste Aufgabe an die Kinder lautete dann, sich selbst eine Drachenschrift auszudenken und sich untereinander geheime Botschaften zu senden. Hierbei ist es wichtig, gerade jüngeren Kindern den Tipp zu geben, dass die Schriftzeichen nicht zu kompliziert werden dürfen und sich nicht allzu ähnlich sehen dürfen (bei größeren Kindern kann der Schwierigkeitsgrad dann erweitert werden).

Eine ganz besondere Drachenschrift hat sich unser Betreuer Ret ausgedacht. Er hat eine Drachenschrift entworfen, die man auf unserem Blog der Lesenische auch downloaden und in Word integrieren kann (ganz einfach hier klicken). Wir sind restlos begeistert!

Nun hoffe ich, dass ich Ihnen das Thema Drachen so richtig schmackhaft machen konnte. Für uns waren die Drachenwochen eine unglaublich schöne und kreative Zeit. Vielleicht haben Sie selbst ja auch schon Drachengeschichten vorgelesen? Haben sie da eine besonders schöne Geschichte oder Vorleseidee für uns?

Ich wünsche Ihnen fröhliche Vorlesestunden.

Ihre Christine Sinnwell-Backes

Tierisches Lesevergnügen 2

Liebe Tier(geschichten)freunde,

bereits in der letzten Kolumne habe ich Sie in das Reich der Tiere entführt. Und auch heute wollen wir noch einmal dort verweilen. Ein Aufenthalt im Tierreich lohnt sich für Vorlesestunden aber auch einfach, denn der Fundus an Ideen, Geschichten und Aktionen ist einfach unerschöpflich.


RÄTSELHAFTER EINSTIEG

Einen schönen Einstieg in die Vorlesestunde bieten beispielsweise Tierrätselgedichte, in denen ein bestimmtes Tier verrätselt wurde, und die Kinder erraten müssen, was es ist. (z.B. hier)

Größere Kinder können im Anschluss auch eigene kleine Gedichte erfinden und die Gruppe raten lassen. Ein Beispiel aus eigener Feder:

Leise, leise in der Ecke

An der hohen Zimmerdecke

Spann ich meine dünne Schnur,

sag mir schnell, wer bin ich nur?

(Die Spinne)

Ein solches Spiel mit Reimen eignet sich auch gut als Gruppenarbeit, in der mehrere Kinder gemeinsam ein Rätsel erfinden.

SPIELEN UND ERFINDEN

Doch auch ganz anders können wir uns den Tieren annähern:

Mit meiner Gruppe plane ich ein Tierspiel zu erfinden. Jede Menge Sachbücher aus dem Reich der Tiere liegen bereit. Zudem kommen auch Tierhefte zum Einsatz.

Wir überlegen uns ein Leiterspiel, das verschiedene Felder enthalten soll:

Aktionsfelder, auf denen man tierische Aktionen ausführen muss (z.B. „Affenalarm“: Hüpft dreißig Sekunden lang wie Affen durch das Zimmer; oder „Lahme Schnecke“: eine Runde aussetzen; oder auch: Nenne fünf Tiere, die nachtaktiv sind).

Wissensfelder, die testen, wie viel man über Tiere weiß (hier haben wir Fragen mit vier Antwortmöglichkeiten erfunden, von denen eine Antwort richtig ist).
Die Kinder dürfen in kleinen Gruppen zusammen arbeiten. Die Kleinen haben die Aufgabe, das Spielfeld zu gestalten, die Größeren denken sich Aktions- und Wissenskarten aus.

Ein unglaublich eifriges Arbeiten folgt nun. Bücher und Hefte werden nach Informationen durchforstet. Die Köpfe qualmen beim Nachdenken, welche Aktionen man sich ausdenken kann, und das Kreativteam klebt, schneidet, malt das Spielfeld.

Und dann steht am Ende das gemeinsame Erlebnis, ein eigenes Spiel erfunden zu haben, mit eigenen Regeln, mit tollen Aufgaben und Fragen. Gleich legen wir los und spielen in kleinen Gruppen gegeneinander und sind alle restlos begeistert.

BÜCHER AUSLEIHEN

Zudem werden am Ende der Stunde viele Tierbücher ausgeliehen. Ein Ausleihtisch passend zum Thema lädt ganz besonders ein, im Tierbuchbestand der Bücherei zu stöbern.

BASTELN UND FANTASIEREN

Ein kreatives Highlight der Tierbuchwochen waren übrigens unsere selbst gestalteten Schneekugeln.

Hier hat jedes Kind ein Marmeladenglas mitgebracht (wichtig: die Gläser sollten nicht zu hoch sein und eine möglichst breite Öffnung haben). Aus Fimo wurden kleine Tiere gestaltet und im Ofen getrocknet. Mit Heißkleber kleben wir die Tiere am Deckel fest (mit dem Heißkleber lassen wir aber keine Kinder arbeiten, weil er zu schnell zu Verbrennungen führen kann).

Nun wird destilliertes Wasser mit einem Schuss Glyzerin in die Schneekugel gefüllt und davon möglichst so viel, dass sich keine Luftblasen am Ende mehr bilden können. Die Kinder geben ein wenig Glitzer hinzu, das Glas wird sehr fest zugedreht und fertig ist die Schneekugel.

Doch es soll ja gleichzeitig eine Geschichtenkugel werden und so entstehen wundersame Abenteuer und kleine Geschichten rund um die Schneekugelwesen.
Jedes Kind denkt sich zu seinem Tier eine Geschichte aus und schreibt diese auf ein passend gestaltetes Stück Papier. Nun stellen wir unsere Schneekugelgeschichten aus und jeder darf die Kunstwerke der anderen bestaunen. Dann lesen wir uns unsere Geschichten vor. Da gibt es reiselustige Schnecken, mäusejagende Katzen, Igel und Fledermäuse die auf Rockkonzerte gehen und viele weitere lustige Ideen.

Die Kinder nehmen die Schneekugeln mit nach Hause und behandeln sie wie kleine Schätze und letztendlich sind sie das ja auch geworden.

Eine Zusammenfassung meiner tierischen Vorlesestunde finden Sie hier.

Ich wünsche Ihnen fröhliche Vorlesestunden!

Ihre Christine Sinnwell-Backes

Tierisches Lesevergnügen

Liebe Tierfreunde,

wer Kindern regelmäßig vorliest, der weiß, dass Tiergeschichten in der Regel immer gut ankommen. Mit Tieren in Geschichten kann man wunderbar arbeiten. Wir können Geräusche mit einbinden, Bewegungen nachahmen oder mit Handpuppen arbeiten. Möglichkeiten, Tiere zum Leben zu erwecken, gibt es für uns jede Menge.


Zudem gibt es unglaublich viele tolle Vorlesegeschichten, in denen Tiere die Hauptrolle spielen. Auch in der Lese- und Schreibwerkstatt haben wir in den letzten Wochen tierisch viel Spaß in unseren Vorlesestunden gehabt.

BEGRÜSSUNGSRITUAL

Gleich zu Beginn habe ich unser Begrüßungsritual etwas verändert: Wir stehen alle im Kreis und ich beginne, indem ich eine Tierfigur an ein Kind weiterreiche, dieses mit Namen begrüße und mir ein Tiergeräusch ausdenke, das ich dabei mache. Das Kind begrüßt das nächste Kind nach dem gleichen Schema und so geht es weiter, bis wir alle einmal begrüßt wurden.

SPIELEN MIT BUCHSTABEN

Ein kleines Spiel dient nun zur Aktivierung: Ich sage ein Tier – EseL. Das Kind neben mir bildet ein neues Tier, das mit dem letzten Buchstaben meines Tieres beginnt, z. B. LöwE – EisbäR – RaupE – ElcH – HaI etc.  Jedes Tier darf nur einmal genannt werden und je nach Gruppengröße spiele ich das Spiel ein bis zwei Runden.

VORLESEN

Nun lasse ich raten, was heute wohl das Thema ist. Richtig! Heute wird es tierisch lustig und passenderweise habe ich auch ein herrliches Buch dabei. Frage in die Runde: Wer kennt sich gut mit Tieren aus? Ja, wir haben viele Tierexperten unter uns. Aber haben diese Tierexperten auch Ahnung von Tierpopos? Gekicher in der Runde.

An dieser Stelle präsentiere ich mein Buch:  „Ringelschwanz und Tierpopo“ heißt es uns sorgt für jede Menge Lacher. Und dann geht es los: Auf jeder Seite befindet sich ein Tier, das uns seinen Allerwertesten präsentiert. Manche Popos lassen sich leicht erraten, doch manche sind auch recht kniffelig. Zu jedem Tier gibt es beim Aufklappen zudem ein paar Informationen. Außerdem frage ich die Kinder, was sie über das jeweilige Tier vielleicht auch noch zusätzlich wissen.

Ein weiteres Buch, das in unseren Tierbuchwochen zum Einsatz kommt, heißt „Wer hat sich da versteckt?“. Hier haben sich Tiere ganz meisterhaft getarnt. Warum braucht man denn überhaupt eine Tarnung, frage ich in die Runde. Wir überlegen gemeinsam. Um vor Feinden sicher zu sein, klar. Aber auch umgekehrt: um Beute zu finden. Nun schauen wir uns die einzelnen Seiten an. Auf jeder Seite hat sich ein Tier versteckt und das zum Teil so meisterhaft, dass manche es gar nicht finden. Doch beim Aufklappen erhalten wir auch immer die Lösung und noch interessante Fakten über die Tarnungskünstler. Zudem ist jedes Mal ein schönes Gedicht passend zum Tier dabei, das Hinweise gibt.

KREATIV WERDEN

Nun wollen wir kreativ werden: Wir suchen uns ein Tier aus und überlegen uns, was uns zu diesem Tier einfällt. Die Eigenschaften schreiben und malen wir auf bunte Zettel, die wir dann so anlegen, dass die Zettel die Form des Tieres nachbilden (s. dazu auch das Bild oben).

SPIELEN & RATEN

Kreativ geht es auch weiter: Wir spielen Tierpantomime. Dazu denken sich alle Tiere aus und schreiben sie auf Zettel, die wir falten und in eine Dose werfen. Nun zieht das erste Kind ein Tier und macht es vor (spielen kleinere Kinder mit, dürfen auch Geräusche gemacht werden). Wer richtig rät, bekommt das Kärtchen und wir spielen bis jedes Kind einmal dran war (bei kleineren Gruppen kann man auch mehrere Durchgänge spielen).

BASTELN & STABTHEATER SPIELEN

Eine weitere Möglichkeit, Kreativität ins Tierreich zu bringen, sind kleine Stabpuppen: Hierzu darf sich jedes Kind ein Tier überlegen und dieses dann auf ein etwas festeres weißes Papier malen (Holz- oder Filzstifte eignen sich gut). Gerne kann man Tierbücher dazu legen, anhand deren Zeichnungen sich die Kinder orientieren können. Die Tiere werden ausgeschnitten und laminiert. Auf die Rückseite kleben wir Schaschlikspieße und haben so kleine Stabpuppen, die nun durch die Fantasie der Kinder zum Leben erwachen. Wer ein kleines Theater oder Kamishibai besitzt, kann dieses als Kulisse auf den Tisch stellen. So wird es für die Kinder noch authentischer, dass sie Theater spielen.

Unsere Tierbuchwochen gehen noch ein Weilchen weiter und wir haben noch viele weitere Aktionen vor. In den nächsten Wochen finden Sie mehr Buchtipps und Themenideen auf unserem Blog der www.lesenische.wordpress.com. Wir werden ein Tier-ABC gestalten, eine Schneekugel mit Geschichten basteln, ein Tierquiz erstellen und noch manches mehr!

Eine Zusammenfassung meiner tierischen Vorlesestunde finden Sie hier.

Ihre Christine Sinnwell-Backes

Von Osterhasen und Schokoladeneiern

Liebe Osterhasen,

Ostern ist eine wunderbare Zeit zum Vorlesen. Auf dem Büchermarkt gibt es jede Menge Bücher rund um die Osterzeit, in denen Osterhasen Abenteuer bestehen, Hennen viel zu tun haben, aber auch Bücher, in denen die Ostergeschichte kindgerecht erklärt wird.


OSTEREIER SUCHEN

Für Kinder ist das Osterfest eine ganz spannende Angelegenheit: Denn man muss suchen. Und das Suchen ist auch bei uns in der Lese- und Schreibwerkstatt jedes Mal vor Ostern ein Bestandteil der Vorlesestunde. Mal verstecke ich vorab ganz viele Ostereier und lasse die Kinder erst einmal suchen bevor wir ans Vorlesen gehen (kleiner Tipp an dieser Stelle: Wenn die Kinder die Eier gefunden haben, lasse ich alle in die Mitte legen, was sie haben, und dann wird gleichmäßig aufgeteilt, so dass nachher gerade kleinere Kinder nicht leer ausgehen). Manchmal lasse ich aber auch ein Kind den Osterhasen spielen: Dann muss dieses ein Osterei gut verstecken und alle anderen müssen es dann suchen. Der Finder ist der nächste Osterhase usw.

VORLESEN

Wenn es dann zum Vorlesen geht, ist die Vorleseecke auch schon dem Thema entsprechend vorbereitet: ein wenig Gras in der Mitte, auf dem einige kleine Osterhasen in bunten Farben bereit sitzen, ein paar bunte Eier und natürlich auch eine passende Geschichte.

SINGEN

Viele Kinder kennen das Lied vom Osterhasen Stubs (Rolf Zuckowski „Stubs der kleine Osterhase“), dem immer Missgeschicke passieren. Das lustige Lied gibt es auch als Buch und dieses schauen wir uns nach dem Singen gemeinsam an.

REDEN & FANTASIEREN

Dabei überlegen wir uns, was einem Osterhasen denn noch alles für Missgeschicke passieren könnten. Da läuft die Fantasie auf Hochtouren und es entsteht so manche Idee, aus der sich auch tolle Geschichten machen lassen.

Gut, dass wir im Vorfeld unsere Fantasiebonbons gelutscht haben. Fantasiebonbons: Gibt es bei uns in einem Bonbonglas und werden immer dann gelutscht, wenn wir Fantasie brauchen (also praktisch jedes Mal).

PASSENDES GEDICHT EINBINDEN

Doch auch mit einem weiteren Hasen arbeite ich gerne: Helme Heines „Der Hase mit der roten Nase“ ist ebenfalls ein herrliches Gedicht. Sehr schön kann man hier auch thematisieren, dass „Anders sein“ gar nicht schlecht sein muss.

BASTELN

Und da die Hasen ja von Ostern nicht wegzudenken sind, ist auch das Bastelthema dieses Mal mit einem Hasen versehen: Aus den vielen Hasen, die in der Mitte unserer Vorleserunde stehen, darf sich jedes Kind einen wegnehmen. Diese werden für ein Osterhasennest aus einem 6er Eierkarton benötigt. Mit buntem Papier, Heu und diversen Bastelartikeln gestaltet sich jedes Kind ein eigenes Nest und darf es auch direkt schon mit Osterhasengeschenken füllen.

BACKEN

Und auch in der Küche hüpfen dieses Mal die Osterhasen: Denn wir backen hier Osterhasenkekse, die wir gleichzeitig auch als Namensschilder nutzen können.

Das Rezept und eine Zusammenfassung meiner Ostervorlesestunde finden Sie hier.

Haben Sie denn ein besonderes Vorlesebuch, das sie gerne in der Osterzeit einsetzen? Lassen Sie es uns wissen und erzählen Sie gerne auch, warum Sie dieses so mögen.

Frohe Ostern wünsche ich Ihnen und für Ihre Vorlesestunden ganz viele bunte Ideen!

Ihre Christine Sinnwell-Backes

Vorlesen mit Geräuschkulisse

Liebe Geräuschemacher und Stillelauscher,

heute nehme ich Sie mit in einen Bereich des Vorlesens, der eine ganz besondere Gewichtung bei uns einnimmt: Wir betreten die Welt der Geräusche.

Geräusche sind beim Vorlesen ja ein wertvolles Mittel, um die verschiedensten Nuancen einer Geschichte zu betonen, und ich baue so oft es geht Geräusche in meine Vorlesestunden ein und animiere auch die Kinder immer wieder dazu, die Geschichte aktiv zu begleiten durch das Nachmachen von Tierstimmen, dem Kratzen und Quietschen in Gruselgeschichten und vielem mehr.


Weil ich es so liebe, mit Geräuschen zu spielen habe ich drei Gruppenstunden dann auch ganz dem Thema gewidmet. In den beiden Geckoausgaben 41 und 45 habe ich zwei kurze Geschichten vom Geräuschehändler gefunden. In dieser Geschichte geht es um einen Mann der mit Geräuschen handelt. Wundervoll wird erzählt, was er alles lagert, und die Illustrationen sind ebenfalls sehr schön. In jeder Geschichte bekommt er einen ungewöhnlichen Besucher, dem er passende Geräusche heraussucht.

EINSTIEG

Doch zurück zum Anfang: Nach unserem Begrüßungsritual wundern sich die Kinder – in der Mitte des Vorlesekreises sind jede Menge Kisten, Kästchen, Tüten, Säcke und vieles mehr aufgebaut. Was soll denn das für ein Thema heute sein? Ich verrate, dass es heute in der Geschichte um einen ganz besonderen Händler geht. Wir überlegen gemeinsam was für Händler uns einfallen und dann erzähle ich ihnen, dass sie heute einen Geräuschehändler kennen lernen. Was gibt es da wohl im Laden zu kaufen? Da kommen jede Menge Antworten, die wir zusammentragen: Tiergeräusche, Pupsgeräusche (großes Gelächter), Straßengeräusche… und vieles mehr.

Bevor ich zu lesen anfange, lasse ich die Kinder die Augen schließen und wir konzentrieren uns, was wir alles um uns herum hören. So bekomme ich direkt schon Stille in die Gruppe und nachdem wir auch hier gesammelt haben, was es alles für Geräusche um uns gibt, fange ich an zu lesen.

VORLESEN MIT GERÄUSCHKULISSE

In der ersten Woche lese ich von einem Gespenst, das den Geräuschehändler besucht. Natürlich möchte es Gruselgeräusche und wir überlegen, was das alles für Geräusche sein können. An passenden Stellen imitieren die Kinder die Geräusche, die das Gespenst kauft.

MIT GERÄUSCHEN HANDELN – BASTELN & SPIELEN

Nach dem Vorlesen teile ich die Kinder dann in zwei Gruppen ein und nun erfahren sie was es mit all den Kisten und Kästchen auf sich hat:

Jede Gruppe darf nun einen Geräuscheladen aufmachen. Sie werden selbst zu Geräuschehändlern und müssen sich Gedanken machen, welche Themen an Geräuschen sie anbieten wollen und wie sie die darstellen. Voller Eifer machen sich die Gruppen ans Vorbereiten. Sie basteln kleine Schilder, überlegen sich, wie man die Geräusche machen kann, und gestalten kleine Geräuschetüten.

Bastelaktion: Hier habe ich Butterbrottüten zum Bemalen bereit gelegt und die Kinder konnten auf die Tüte malen, welches Geräusch sich darin befindet.

Nacheinander besuchen sich nun die Gruppen. Immer einer in der Gruppe ist der Geräuschehändler der verschiedene Geräusche anpreist. Die restlichen Kinder machen an den entsprechenden Stellen die Geräusche. Wir lachen viel und sind überrascht von den originellen Ideen, die die Kinder haben.

In der zweiten Woche hält dann wieder der Geräuschehändler bei uns Einzug. Dieses Mal hat er eine Straßenlaterne zu Besuch, der nachts die Straßen zu ruhig sind. Auch hier sammeln wir ganz fleißig, welche Geräusche denn eine Straßenlaterne gebrauchen könnte.

BASTELN

Im Anschluss an die Geschichte wollen wir wieder kreativ werden: Heute basteln wir kleine Geräuschekästchen mit den Kindern. Jedes Kind bastelt ein Kästchen für ein spezielles Geräusch, das in dem Kästchen ist. Das Kästchen wird thematisch gestaltet und in die Mitte legen die Kinder ein gefaltetes Bild mit dem Geräusch.

Im Anschluss bauen wir uns einen Geräuscheladen und jedes Kind darf einmal hinter die Ladentheke und dort sein Kästchen verkaufen und natürlich das entsprechende Geräusch vormachen.

GERÄUSCHE ENTDECKEN DIGITAL

Dazu haben wir unser Gruppen-IPad im Gebrauch. Immer in Dreiergruppen dürfen die Kinder eine App nutzen. „Geräusche des Lebens“ heißt sie und bei dem kleinen Spiel geht es darum, in verschiedenen Situationen wie z. B. Tierhandlung, Straßenverkehr etc. Geräusche richtig zuzuordnen.

Eine Einführung, wie die App genutzt wird, konnte ich gleich streichen, denn absolut jedes Kind hatte Smartphone- oder Tableterfahrung.

TIERE IMITIEREN

Den Abschluss unserer Geräuschereise machte dann das herrliche Buch „Wenn ich ein Löwe wäre“ von Isabel Pin. In dem Buch ist auf jeder Doppelseite ein Tier abgebildet und an der Stelle des Kopfes ist ein Loch durch das die Kinder schauen und das Tier nachmachen können.

Und genau das haben wir dann auch getan. Wir haben wie Löwen gebrüllt, wie Vögel gezwitschert und wie Katzen miaut. Und uns dann unser eigenes Buch gestaltet. Jedes Kind hat ein großes Blatt Papier bekommen, einen Kreis ausgeschnitten und sich überlegt, was es sein möchte. Neben dem Malen wurde dann auch immer ein Satz überlegt wie z.B.: Wenn ich eine Katze wäre, würde ich laut miauen, wenn ich Hunger hätte.

Im Vorlesekreis durfte dann jedes Kind vorstellen, wer es wäre. Einen ganz besonderen Lacher gab es für Johannes, der durch eine Kloschüssel schaute: „Wenn ich ein Klo wäre, würde ich rauschen, wenn jemand sein Geschäft in mich gemacht hätte!“. Ja, so lustig kann Leseförderung sein!

BACKEN?!

Neben dem Gestalten durfte sich zudem jeder auch noch an einem Geräuscherezept versuchen. Dazu gab es ein kleines Arbeitsblatt, das die Kinder ausfüllen konnten. Bei unseren kleinen Leseratten haben wir geholfen. Und so kamen dann lecker-lauschige Rezepte heraus.

Eine Zusammenfassung meiner geräuschsintensiven Vorlesestunde mit Vorlage für das Geräuschrezept finden Sie unten.

Wie und wann setzen Sie Geräusche ein? Spielen Sie auch so gerne damit? Wir freuen uns wie immer auf Ihre Ideen und Anregungen.

Knister-kratzig-heulend-jaulige Grüße sendet Ihnen

Christine

P.S: Und hier noch eine Rezeptidee:

Rezept für einen Gruselabend

Man nehme:

10 g Katzenjammer

5ml Türenquietschen

20 g Kettenrasseln

und fünf Werwolfheuler

einen Spritzer Glockenschlag

So geht es:

Ein wenig Katzenjammer fein mahlen.

Türenquietschen in kleinen Mengen hinzufügen.

Kettenrasseln gleich 20 an Zahlen

Und Werwolfheuler das sollte genügen.

Abschmecken, es fehlt an Geschmack,

wir werfen nen Glockenschlag in unseren Sack.

Den Sack schütteln wir einmal ganz laut.

Wir bekommen `n Geräusch bei dem es uns graut.

Gänsehaut auf unseren  Armen und Beinen

Wer Angst hat, fängt gleich an mit dem Weinen.

Unser Rezept ist gut, magst du es probieren,

so brauchst du nur Mut.

Monstermäßiger (Vor)Lesespaß

Liebe Monster und Monsterbändiger,

ich hoffe, Sie sind gut in das neue Jahr gekommen. Haben Sie schon Vorlesestunden für 2015 geplant oder sind Sie noch auf der Suche nach der ein oder anderen Idee?

Ich habe heute für Sie jede Menge monstermäßigen Vorlesespaß im Gepäck. Monster können schaurig sein, lustig und gruselig, sie sind vielfältig und laden dazu ein, sich in der Fantasie die tollsten Gestalten auszudenken.

Monster gehen immer! Egal ob Jungs oder Mädchen, Kindergartenkinder oder Schulkinder – für Monster können sich alle begeistern. Und diese Begeisterung habe ich im vergangenen Jahr kräftig ausgenutzt und dem Thema gleich mehrere Wochen gewidmet.


Auf unserem Blog www.lesenische.wordpress.com finden Sie deshalb auch schon ganz viele tolle Monsterbücher mit Spiel-, Bastel- und Vorleseideen. Zur Auswahl hätte ich z. B. die Geschichte von Wandelmonster Waldemar mit Bastelidee für kleine Theaterfiguren und einer kleinen Reimaktion.

Oder wie wäre es mit dem Monster aller Monster, bei dem ein Kind wie eine Mumie mit Toilettenpapier umwickelt wird?

Oder wie wäre es mit einer Monster-Pop-up-Karte mit Anleitung?

Auch Lesezeichen im Monsterlook (mein persönlicher Bastelfavorit) haben wir gebastelt.

Eines meiner allerliebsten Monsterbücher möchte ich Ihnen aber heute im Rahmen der Buchstabensuppe vorstellen. „Ich brauche mein Monster“ heißt es und, wenn ich nur ein Buch zum Vorlesen auswählen dürfte, so wäre dieses meine erste Wahl.

In dem Buch geht es um Tom, der heute Nacht ein Problem hat: Sein Monster ist nicht da und ohne Monster kann er einfach nicht einschlafen. Die unterschiedlichsten Monster stellen sich bei ihm zum Gruseln vor und bewerben sich um einen Platz unter seinem Bett. Aber Tom will nicht irgendein Monster und so nimmt die herrliche Geschichte ihren Lauf.

VORLESEN

Der Text eignet sich ganz fabelhaft zum Vorlesen. Ganz verschiedene Monster kommen in der Geschichte vor und wenn Sie jedem der Monster eine ganz eigene Art zu sprechen verleihen, dann wird das Vorlesevergnügen unglaublich lebendig. Bei dem langzungigen Anton beispielsweise lispel ich immer und ziehe das s gaaaaanz in die Länge. Die Kinder lieben es. Oft lasse ich sie die Monster dann auch nachahmen.

Gleichzeitig können Sie ganz viel mit Geräuschen machen. Es wird geklopft, gekratzt, geknarrt… lassen Sie die Kinder mitmachen und aktiv werden!
Und dann gibt es ja auch noch den Schleim.

SCHLEIM BRAUEN

Grüner, ekliger Monsterschleim! Und was kann es da Tolleres geben, als eben diesen im Anschluss an die Vorlesestunde selbst einmal herzustellen? Deshalb gibt es heute kein Rezept zum Backen sondern für herrlich-glibberigen Monsterschleim.

Die Zutaten, die Sie dafür brauchen, sind günstig und einfach zu besorgen: Sie brauchen lauwarmes Wasser, Speisestärke und einige Tropfen Lebensmittelfarbe sowie Becher oder kleine Frischhaltetüten in denen die Kinder ihren Monsterschleim mit nach Hause nehmen können.

Hier die genaue Anleitung:

500 ml lauwarmes Wasser

3-4 Tropfen Lebensmittelfarbe

140 g Speisestärke

In einem Topf/Wasserkocher wird Wasser lauwarm erhitzt. Von dieser Menge misst man ca. 350 ml ab und gibt die Lebensmittelfarbe hinein. Je nach Farbe und gewünschtem Farbergebnis nimmt man mehr oder weniger Tropfen. In ein zweites (etwas größeres) Gefäß gibt man die Stärke. Langsam wird das Wasser hinzugeben und gut verrührt. Eine zähflüssige Masse – in Fachkreisen auch Monsterschleim genannt – entsteht.

Die Konsistenz der Masse kann nun angepasst werden. Ist sie zu fest, wird Wasser nachgegeben. Ist sie zu dünnflüssig muss mehr Stärke hinzu gegeben werden.

Die Kinder können ihren Schleim in einem Becher oder in einer Frischhaltetüte mitnehmen. In letzterer gut verschlossen verwahrt, hält er sich auch eine ganze Weile.

ÜBER ÄNGSTE SPRECHEN

Neben der Herstellung von Monsterschleim können Sie mit den Kindern (gerade wenn es jüngere sind) aber auch einmal über Ängste reden. Normalerweise hat man ja eher Angst vor einem Monster unter dem Bett oder auch im Schrank. Hier können Sie also im Anschluss an die Geschichte auch pädagogisch sehr spielerisch auf Ängste eingehen.

KREATIV WERDEN, SCHREIBEN & MALEN

Wer es kreativ angehen möchte, kann aber auch mit den Kindern Monstersteckbriefe erarbeiten. Denn in der Geschichte geht es ja auch darum, dass die Monster ganz unterschiedlich sind. Größere Kinder können den Steckbrief schon alleine ausfüllen, kleinere Zuhörer können gemeinsam mit Ihnen oder den Eltern ihr Monster erfinden oder auch nur ein Monster malen und dazu erzählen.

Eine Zusammenfassung meiner monstermäßigen Vorlesestunde mit Monstersteckbrief-Vorlage finden Sie hier.

Und nun wünsche ich Ihnen einen wirklich monstermäßigen Spaß beim Ausprobieren und Nachmachen. Sollten Sie ein Lieblingsmonsterbuch haben, dann schreiben Sie uns Ihren Tipp! Wir sind gespannt!

Ein wunderbares und vorlesereiches Jahr 2015 wünscht Ihnen

Ihre Christine Sinnwell-Backes

Geschichtenzauber im Advent

Liebe Weihnachtsengel und Nikoläuse,

das Jahr neigt sich dem Ende zu und wir sind mitten in der (hoffentlich) besinnlichsten Zeit des Jahres: der Adventszeit.

Seit vielen Jahren haben wir in der Lese- und Schreibwerkstatt an allen Adventssamstagen eine ganz besondere Tradition: den „Geschichtenzauber im Advent“. An jedem Samstag reisen wir in ein Land und erforschen dort die Weihnachtstraditionen. Oft haben wir auch das Glück und finden einen Muttersprachler für die Aktion, der dann in der Landessprache noch etwas vorliest. So hatten wir z. B. die Weihnachtsmaus von James Krüss in Französisch (von einer Französin) mit anschließender deutscher Lesung von mir. Und einen Bûche de Noel (einen französischen Baumkuchen) gab es dann für die Kinder zum Backen.

Denn Geschichtenzauber bedeutet immer: drei Stunden, die vollgepackt sind mit Geschichten, mit Singen, mit Backen, Basteln und Spielen. Die Plätze sind mittlerweile unglaublich schnell weg, denn es hat sich eine richtige Tradition im Laufe der Jahre daraus entwickelt (für die Bücherei ist das natürlich ein wunderbarer Werbeeffekt). Die Dokumentation zu „Geschichtenzauber im Advent“ gibt es auch unter www.lesenische.wordpress.com.

Ich möchte Sie heute mit nach Schweden holen. Da wartet Astrid Lindgrens Michel auf uns. Denn auf dem Kathulthof wird auch weihnachtlich gefeiert.


EINSTIEG & VORLESEN

Wir beginnen den Geschichtenzauber in einem großen Erzählkreis. In der Mitte stehen Kerzen und da es der erste Advent ist, darf ein Kind die erste Kerze entzünden. Dann sagen wir alle gemeinsam das Adventsgedicht Advent, Advent, ein Lichtlein brennt... auf.

Neben den Kerzen liegt auch ein weißes Tuch in der Mitte. Darauf ein kleines Häuschen und eine Box mit Taschentüchern. Ich frage die Kinder, was das weiße Tuch bedeuten kann, und schnell ist klar, dass dies der Schnee sein soll. Ich erzähle, dass wir heute nach Schweden reisen, und habe auch einen Atlas dabei, um Schweden zu zeigen.

Denn in Schweden sind die Winter natürlich viel kälter und schneereicher als bei uns und das kleine Häuschen ist der Hof, auf dem Michel lebt. Aber die Taschentücher? Tja, das verrate ich jetzt noch nicht, sondern beginne zu lesen. „Nur nicht knausern, sagt Michel aus Lönneberga“ habe ich mir als Geschichte ausgesucht (ich lese sie allerdings nicht ganz vor). Sie ist in dem wundervollen Buch „Weihnachten mit Astrid Lindgren“ enthalten.

SPIELEN & TOBEN

In der Geschichte gibt es eine wilde Schneeballschlacht, in deren Verlauf Michel im Schuppen landet und sein Vater einen Schneeball im Mund klemmen hat. Diese Schneeballschlacht bringt mich wieder auf die Kiste mit den Taschentüchern zu sprechen. Denn wir wollen nun nach dem Lesen auch eine Schneeballschlacht machen und, wenn man keinen Schnee für Schneebälle hat, muss man sich seine Schneebälle eben aus Taschentüchern formen.

Und das tun wir auch gleich. Jedes Kind darf ein Taschentuch fest zu einem Ball formen. Wir bilden zwei Teams, ziehen eine Mittellinie und schon geht es los: Drei Minuten lang müssen die Mannschaften ihre Bälle auf die andere Seite werfen. Die Seite, auf der am Ende die meisten Schneebälle liegen, hat verloren. Bei "Los" bricht eine wilde Schneeballschlacht aus und die Kinder feuern die Taschentuchbälle hin und her. Großer Jubel nach drei Minuten am Ende der Schlacht.

Und ein zweites Spiel habe ich auch noch. Ausgestattet mit einem Schwungtuch (ein großes Bettlaken oder eine große Tischdecke gehen auch) bitte ich die Kinder, die Bälle einzusammeln und auf das Tuch zu legen. Alle stehen um das Tuch herum und es geht los. „Langsam beginnt es zu schneien“. Die Kinder bewegen ganz sachte das Tuch. „Der Schnee fällt dichter.“ Nun gerät das Tuch schon wilder in Bewegung. „Ein Schneesturm“ – Jetzt gibt es kein Halten mehr und alle reißen das Tuch rauf und runter und lassen die Schneeflocken tanzen. Ist der Schnee unten, sammeln wir wieder ein und wiederholen das Spiel einige Male (ich glaube, manche Leseratte müsste heute nix anderes mehr machen). Aber wir haben ja noch mehr vor.

BACKEN

Wir wollen kleine Cupcakes backen und, da wir einen Bezug zur Geschichte wollen, basteln wir uns aus Keksen einfach Michels Schuppen obenauf (eine Frage aus der Runde sorgt für großes Gelächter: sollen das Haarschuppen sein? – Nee, zum Glück nicht. Das wäre sonst doch etwas eklig).

BASTELN

Daneben basteln wir kleine Schneekugeln aus Papier, da ja auch in Schweden der dekorierte Baum eine wichtige Rolle spielt.

Aber auch Lichter zu gestalten (z. B. indem man eine Kerze mit Wachs verziert) kann für einen schwedischen Geschichtenzauber sehr passend sein, denn die Erzählung von Lucia der Lichtbringerin ist in Schweden auch sehr populär. Auch das lässt sich thematisch gut aufgreifen.

Eine Zusammenfassung meiner weihnachtlichen Back- & Vorlesestunde mit Rezept und Anleitung sowie Schablone für den Christbaumschmuck finden Sie hier.

Haben Sie denn in der Vorweihnachtszeit besondere Aktionen geplant? Die Adventszeit bietet ja viele Möglichkeiten, thematisch etwas zu machen. Und verraten Sie mir Ihr liebstes weihnachtliches Vorlesebuch?

Eine besinnliche Adventszeit für Sie!

Ihre Christine Sinnwell-Backes

Achtung Hexen!

Eine zauberhafte Vorleseidee

Liebe Hexen und Zauberer,

der Herbst ist eine wundervolle Zeit für uns Vorleser. Wenn der Himmel dunkel ist, die Blätter der Bäume durch die Luft gewirbelt werden und es in den Räumen mollig warm ist, dann haben wir die beste Vorleseatmosphäre.

In dieser Zeit halten bei mir die Hexen Einzug in die Vorlesestunden. Ob im Märchen, wie bei Hänsel und Gretel, oder ob es die kleine Hexe Lisbeth ist: egal, gehext wird ja in vielen Büchern und Geschichten und vielleicht fällt Ihnen an dieser Stelle ja auch ein zauberhaftes Buch ein, mit dem Sie gerne arbeiten? Erzählen Sie uns davon, denn wir freuen uns sehr über Ihre Tipps.

Doch nun nehme ich Sie mit in mein Hexenreich.


EINLADEN

Zu der Hexenvorlesestunde habe ich ganz besonders eingeladen. Und gerade, wenn man eine Gruppe neu beleben möchte und Ausschau nach neuen Kindern hält, lohnt es sich sicherlich im Vorfeld ein wenig Werbung in der Bücherei zu machen, indem man eine kleine Einladung an Kinder verteilt, die man für die Vorlesestunde begeistern möchte. Dazu habe ich eine hexenmäßige Einladung gebastelt.

Der Text lautet:

Einladung zur Märchenzeit

Ihr Kinder kommt ins Hexenhaus,
ich lad euch zu mir ein.
Wer Märchen mag und gerne backt,
der soll willkommen sein.

Wir machen eine Märchenzeit
mit Backen und mit Lesen.
Verkleiden dürft ihr gerne euch
mit Hexenhut und Besen.

Dieser Einladung werden die Kinder sicherlich neugierig folgen. Und so halten an diesem Tag kleine Hexen und Zauberwesen Einzug in die Vorlesestunde.

VORLESEN & SINGEN

Und schon geht es los. Die Kinder nehmen Platz und staunen. In der Mitte unserer Vorleserunde steht ein kleines Hexenhaus. Aus Bauklötzen ist ein Wald gebaut, ein paar weiße Kieselsteine und Brotkrumen liegen dort. Auch einen Hexenhut finden sie in der Kreismitte. Spinnweben ranken sich um alles.

Die ersten erahnen schon, welches Märchen ich heute für sie dabei habe. Es ist... Hänsel und Gretel und die beiden Kinder habe ich auch als kleine Holzfiguren dabei. Diese werden nun an den Rand des Waldes gestellt.

Doch bevor es mit dem Märchen losgeht, wollen wir heute erst einmal singen. „Hänsel und Gretel verirrten sich im Wald“: viele Kinder kennen das Lied noch und können gleich mitsingen.

Dann starten wir. Während ich vorlese, frage ich die Kinder oft, wie es weitergeht, und lasse sie ganze Stücke erzählen. Kommen die Gegenstände vor, die in der Mitte liegen, lasse ich diese von den Kindern in die Hand nehmen. Aus den Kieselsteinen wird eine Spur zum Waldrand gelegt, anschließend auch aus den Brotkrumen. Die Figuren werden in den Wald gesetzt, zum Hexenhaus gestellt etc. So sind die Kinder aufmerksam bis zum Schluss und können die Geschichte richtig schön mit verfolgen.

Das Hexenhaus mit seinem Naschwerk findet natürlich bei den Kindern große Begeisterung und wir überlegen, welche Süßigkeiten wir an unser Hexenhaus bauen würden, wenn wir Hexen wären.

BASTELN, FANTASIEREN & SPRACHE ERLEBEN

Ja, wenn wir Hexen wären... was würden wir denn dann tun? Mit älteren Kindern baue ich an dieser Stelle Hexenhüte und sie dürfen darauf schreiben, was sie alles tun würden, wenn sie Hexen wären.

Das Basteln lässt die Fantasie anschwellen und die Kinder kommen auf die tollsten Ideen. In einer Abschlussrunde darf jedes Kind erzählen, was es machen würde, wenn es eine Hexe wäre. Da kommen lustige, ernste und auch fiese Ideen heraus, die wir alle würdigen und uns sehr oft zum Lachen bringen.

Literarisch kann ich hier auch mit Zaubersprüchen spielen und die Kinder Sprüche reimen und aufsagen lassen. Wir können Zauberstäbe basteln, die dann geheimnisvoll geschwungen werden, während die Hexe ihren Spruch murmelt (oder schreit, oder flüstert, oder ihn flucht...). Wir können mit den Kindern an dieser Stelle mit Sprache spielen und sie ausprobieren lassen, auf welche Arten man den Spruch am gruseligsten, lustigsten etc. sagt.

BASTELN & NASCHEN

Eine ganz andere Herangehensweise ist das Basteln mit Leckereien. „Süße Zauberhüte“ habe ich mit den Kindern gestaltet. Dazu brauchen wir nicht einmal einen Backofen. Und auch hier kann ich schon, während wir basteln, mit den Kindern Hexensprüche erfinden oder eben überlegen, was wir als Hexen tun würden.

Anleitung Hexenhüte:

Dafür braucht ihr:

Eiswaffeln
Schokokekse (Prinzenrolle)
Zuckerdeko nach Geschmack
Nutella
Etwas schwarzen und orangen Fondant
Wer mag kann auch aus Fondant Sterne ausstechen

Und so geht es:

Löst eine Kekshälfte von dem Schokokeks. Die Hälfte mit der Schokolade darauf wird kurz in der Mikrowelle angewärmt.

Ist die Schokolade weich, drückt ihr die Eiswaffel hinein und verteilt die Schokolade bis zum Rand des Kekses. Die Eiswaffel wiederum wird mit Nutella eingestrichen.

Wer mag, bastelt eine Schärpe um den Hut: Unten herum formt ihr aus schwarzem Fondant ein schmales Band. Aus orangem Fondant wird eine Schnalle gebastelt.

Der übrige Hut kann nun nach Herzenslust dekoriert werden.

ERFRISCHEN & ERLEBEN

Ich kann aber auch einen Hexentrank für die Kinder bereitstellen. Dazu habe ich aus schwarzem Karton kleine Hexenhüte gebastelt und einen Strohhalm durchgesteckt. Etwas Glitzerkleber darauf, ein paar künstliche Spinnweben und eine kleine Spinne daran, zwei Wackelaugen dazu und fertig ist die kleine Milchflasche. Darin befindet sich etwas Wasser, in das jedes Kind ein Päckchen Brause gibt. Das blubbert dann auch so herrlich, wie es sich für einen Zaubertrank gehört.

SPIELEN & BEWEGEN

Merke ich, dass die Kinder nach dem Vorlesen (oder auch vorher) sehr unruhig sind, dann spiele ich Hexentanz mit ihnen. Das geht so: alle Kinder tanzen zur Musik. Schalte ich diese aus, muss jedes Kind wie angehext stehen bleiben und darf sich nicht mehr bewegen. Bewegt es sich doch, ist es ausgeschieden. Das spiele ich, bis nur noch drei Kinder mitmachen, die dann die Sieger sind.

Variante: Ich kann aber auch eine Hexe bestimmen, die vortanzt und alle müssen ihr nachtanzen. Auch das macht den Kindern großen Spaß.

Und nun wünsche ich Ihnen eine zauberhafte Vorlesestunde!

Eine Zusammenfassung meiner märchenhaften Back- & Vorlesestunde finden Sie hier.

Ihre Christine Sinnwell-Backes

P.S.: Sollten Sie beim Erfinden von Zaubersprüchen einen finden, der wirkungsvoll beim Aufräumen ist (gerade was die Küche nach Backaktionen angeht), dann lassen Sie es mich wissen.

Der gestiefelte Kater

Miau – Dieser Beitrag ist für die Katz!

Liebe Vorlesefans, Märchenfreunde, Naschkatzen, Zwerge und Prinzessinnen,


nach dem märchenhaften Auftakt möchte ich heute noch einmal mit Ihnen in die Welt der Märchen eintauchen. Im Land hinter den sieben Bergen liegen einfach so viele Geschichten, Ideen und Vorlesemöglichkeiten verborgen, dass ich Sie nun einfach an der Hand nehme und mit Ihnen ins Märchenland reise. Siebenmeilenstiefel an? Dann kann es losgehen.


VORLESEN
Und Stiefel spielen heute auch eine ganz besondere Rolle. Und in die Mitte der Vorleserunde gestellt, bieten sie auch direkt schon einen schönen Einstieg in unser heutiges Märchen. Sie haben schon eine Idee?
Ja, richtig: den gestiefelten Kater möchte ich Ihnen heute näher bringen.
Nachdem wir in der Gruppe überlegt haben, was die Stiefel mit dem Märchen zu tun haben, haben alle Kinder in der Runde noch einmal die Gelegenheit, sich zu räkeln, sich zu strecken – ganz so, wie das Katzen eben tun.
Danach kuscheln sich alle katzengleich gemütlich und leise auf ihren Platz und los geht es mit der Geschichte.
Während ich erzähle, stelle ich immer wieder Fragen an die Kinder, lasse sie überlegen, wie das Märchen weiter geht. Denn viele kennen den gestiefelten Kater gar nicht mehr.
Neben den Stiefeln habe ich für die Kinder auch ein paar Tierfiguren mitgebracht. Diese stelle ich nach und nach in die Mitte, wenn ich zu der Stelle komme, an der der Zauberer sich verwandelt und vom listigen Kater überlistet wird, indem er sich in eine Maus verwandelt und dann von diesem gefressen wird.

SPIELEN & LERNEN
A propos Maus. Nachdem ich das Märchen zu Ende erzählt habe, „verwandle“ ich die Kinder mit meinem Zauberstab (indem ich sie leicht berühre) in Katzen und verrate Ihnen, dass in der Bücherei doch tatsächlich eine Maus versteckt ist. Wer sie findet, ist der Katzenkönig und darf die Maus fressen. Natürlich müssen sie auf Ihrer Suche auch so leise wie Katzen durch die Buchregale schleichen.
Bei der versteckten Maus handelt es sich um eine weiße Maus aus Weingummi. Sobald das erste Kind sie entdeckt hat, wird es zum Katzenkönig ernannt, darf seine Beute verschlingen und eine neue weiße Maus verstecken. Alle müssen wieder suchen bis jedes Kind eine Maus gefunden hat (wer mehrmals erfolgreich war, darf immer ein anderes Kind bestimmen, das für ihn suchen darf, so dass auch jeder an die Reihe kommt).
Mit einem Sachbuch erkläre ich anschließend wie es kommt, dass Katzen so geschickte Jäger sind. Ich lasse mir von den Kindern erzählen, was sie schon alles über Katzen wissen.

BACKEN TEIL I
Da Katzen ja kleine Schleckermäulchen sind, wollen wir nun auch etwas Süßes backen. Ich habe einen einfachen Plätzchenteig vorbereitet und lasse die Kinder nun mit einem Katzenausstecher Katzenkekse ausstechen. Die Kekse sind schnell zubereitet und während sie im Ofen backen und abkühlen, habe ich noch ein kleines Spiel für die Leseratten– äh –katzen.

SPIELEN & SINGEN
Zwei Klopapierrollen habe ich mit etwas Geschenkpapier verschönert. Drum herum habe ich jeweils eine gleich lange Schnur gewickelt, an deren Enden sich zwei Mäuse befinden (das können wieder die Weingummimäuse oder Katzenspielzeug sein). Nun treten immer zwei Kinder gegeneinander an, die die Schnur um die Wette aufwickeln können.
Doch auch musikalisch lässt sich die Wartezeit sehr gut überbrücken. Den Katzentatzentanz kennen fast alle Kinder und er lässt sich ganz wunderbar nachspielen.

BACKEN TEIL II
Nachdem die Kekse abgekühlt sind, dürfen die Kinder ihre Katzen verzieren. Ich habe für sie Fondant besorgt. Diese Zuckermasse lässt sich einfach formen und ausrollen und peppt die Kekse schön auf.

BASTELN & NASCHEN
Eine süße Variante für diejenigen, die keine Möglichkeit zum Backen haben, der Naschhaftigkeit der Katzen aber dennoch nachkommen wollen, sind Marshmallowkatzen. Dazu schneiden die Kinder Marshmallows auf einer Seite dreieckig ein. Ein wenig Schokolade wird geschmolzen und die Ohren werden nun in die Schokolade getaucht. Mit Zahnstochern werden den Katzen Gesichter aufgemalt. Dann werden sie auf Schaschlikspieße gesteckt und dürfen vernascht werden.

KREATIV WERDEN
Auch eine kreative Aufgabe lässt sich  gut einbauen. Dazu habe ich kleine Leinwände, Fingerfarbe, Wackelaugen und einige Gummis besorgt. Ich erzähle den Kindern, dass sich in ihrer Hand auch eine Katze verbirgt. Wie? Ich zeige es ihnen, indem sie ihre Hand zur Faust machen müssen und diese auf die Leinwand legen. Ich biege den Zeige- und den kleinen Finger etwas nach oben. Das werden die Ohren und male den Umriss der Hand auf die Leinwand. Die Kinder malen ihre Katzen dann aus. Nach dem Trocknen kleben wir die Wackelaugen auf und spannen Gummis über die Leinwand. So hat jedes Kind ein kleines Memoboard, das die Kinder dann als Erinnerung an unsere Katzen-Vorlese-Stunde dann mit nach Hause nehmen können.

Nicht nur für den gestiefelten Kater eignen sich diese Vorleseideen. Katzen kommen ja in zahlreichen Büchern und Geschichten vor und vielleicht haben Sie auch die ein oder andere Idee, was man zum Themenkomplex um die eigenwilligen Vierbeiner machen kann.


Erzählen Sie uns von Ihren Ideen. Wir sind gespannt.


Eine Zusammenfassung meiner märchenhaften Back- und Vorlesestunde und das Rezept für die Katzenplätzchen finden Sie hier.


Ich wünsche Ihnen schöne Vorlesestunden!


Ihre Christine

Schneewittchen

Es ist Märchenzeit!

Bastelaktion Schneewittchen ©Christine Sinnwell-Backes

Liebe Vorlesefans, Märchenfreunde, Naschkatzen, Zwerge und Prinzessinnen,


Ich lade Sie heute auf eine Reise in die Märchenwelt ein. Märchen sind einfach wunderbar für Vorlesestunden geeignet. Von ganz klein bis ins hohe Alter hinein können wir unsere Zuhörer mit Märchen fesseln. Weil ich Märchen so liebe, habe ich mir dazu sogar ein Blogevent ausgedacht: Märchenzeit – Backen, Vorlesen, Glücklich sein. Die Idee dahinter können Sie hier nachlesen. Klick. Zum Mitmachen sind Sie ganz herzlich eingeladen.


Ich habe mir für Sie heute das Märchen von Schneewittchen herausgesucht und gebe Ihnen ein paar Drumherum-Tipps dazu.


Kommen Sie mit, wir beginnen gerade mit dem Vorlesen...



VORLESEN

Leise ist es im Raum. Der Gong hat geläutet und alle Kinder sind still geworden und sind gespannt, was sie heute erwartet. Im Halbkreis sitzen sie vor mir. In der Mitte liegt ein Märchenbuch. In meiner Hand befindet sich, für die Kinder nicht sichtbar, ein kleiner Spiegel. Nacheinander darf jedes Kind zu mir kommen und einmal schauen was ich in der Hand halte. Nix verraten! Geheimnisvolle Gesichter!


Nachdem jeder einmal in den Spiegel geschaut hat, lasse ich raten und Schneewittchen ist als Lösung schnell gefunden. Ich lese vor, erzähle zwischendrin und lasse auch die Kinder manches erzählen. Sie dürfen auch den Spieglein-Spruch aufsagen.


BACKEN

Nach dem Vorlesen wird heute gebacken. Passend zum Thema gibt es Apfeltaschen. Den Teig habe ich vorbereitet, damit wir nicht zu viel Zeit verlieren. Die Kinder helfen den Teig auszurollen, die Füllung klein zu schneiden und natürlich auch ihre Apfeltaschen auszustechen und zu befüllen.


BASTELN

In der Zeit in der die Apfeltaschen dann im Ofen backen, basteln wir uns aus Alufolie und bunter Pappe kleine Spiegel und überlegen uns, was wir den Zauberspiegel fragen würden, wenn wir einen hätten. Größere Kinder können sich an dieser Stelle auch eigene Zaubersprüche ausdenken.


In der Runde darf jeder seinen Spiegel und seinen Zauberspruch vorstellen.

Die Apfeltaschen kommen aus dem Ofen und wir decken den Tisch gemeinsam ein.


AKTIVIERUNGSSPIEL & SINGEN

Bevor wir essen, bringe ich das Thema „Zwerge“ mit einem kleinen Mitmachgedicht (man kann es auch singen) in die Runde:


„Oben auf des Berges Spitze“ von Detlev Jöcker ist ein bekanntes Lied, zu dem die Kinder mit Freude aktiv werden – es ist ganz leicht!


Merkt man nach dem Vorlesen, dass es sehr unruhig in der Runde ist, kann man ein solches kleines Aktivierungsspiel auch schon früher einbauen.


Auch das Lied „In meinem kleinen Apfel“ lässt sich sehr gut zu Schneewittchen singen. Die Liedtexte findet man beispielsweise unter www.labbe.de. Dazu könnte man ergänzend sogar ein Sachbuch hinzunehmen und zeigen, wie ein Apfel aufgebaut ist und wie er von Blüte zu Frucht wächst.


ABSCHLUSS 

Unsere Vorlesestunde endet an diesem Tag mit dem gemeinsamen Vernaschen der Apfeltaschen.


Zum Schluss gibt es für jedes Kind neben dem gebastelten Spiegel das Rezept mit nach Hause.


Und nun bin ich auf Ihre Erfahrungen und Ideen zum Thema Märchen gespannt. Haben Sie denn Lieblingsmärchen zum Vorlesen? Und wenn ja, wie gestalten Sie Ihre Stunden? Verraten Sie uns Ihre besten Tipps zur Märchenstunde.


Eine Zusammenfassung meiner märchenhaften Back- und Vorlesestunde finden Sie hier.

Märchenhafte Grüße
Ihre Christine

3 Fragen an Christine Sinnwell-Backes

Christine Sinnwell-Backes ©Christine Sinnwell-Backes

Woher nehmen Sie Ihre Ideen für Ihre Kolumne „Buchstabensuppe und Backfantasie“?
Seit fast zehn Jahren leite ich in meiner Freizeit verschiedene Gruppen der Lese- und Schreibwerkstatt im Saarland. Woche für Woche tauche ich mit Kindern und Jugendlichen in die Welt der Bücher und Geschichten ab. Wir lesen, schreiben, basteln, backen, malen gemeinsam zu Geschichten oder denken uns unsere eigenen aus.


Mit den Kindern und Jugendlichen gemeinsam Bücher zu lesen und zu erleben ist für mich das schönste Hobby der Welt. Eigentlich denke ich ständig an Bücher und Geschichten. Viele Ideen werden deshalb aus dem Alltag heraus geboren. Ich sehe etwas und mir fällt ein, wie ich das in einer der nächsten Geschichten einbauen könnte. Zuhause habe ich zudem einen Raum in dem ich alle möglichen Gegenstände rund ums Vorlesen (von meinem Mann unverständlicherweise auch als Krempel bezeichnet) horte. Bereite ich eine Stunde vor, dann greife ich oft auf dieses Sammelsurium zurück und bestücke damit Erzählkisten etc.
Nebenbei bin ich begeisterte Bloggerin: Auf der www.lesenische.wordpress.com erzähle ich über die Arbeit in der Lese- und Schreibwerkstatt. Auf www.littleredtemptations.com teile ich meine Backleidenschaft. Hier vereine ich nun beides und ich hoffe, die eine oder andere Idee gefällt Ihnen.


Und was war bisher Ihre schönste Vorleseerfahrung?
Einen klaren Favoriten habe ich da ehrlich gesagt nicht. Im Laufe der Jahre haben sich ein paar wirkliche Highlights angehäuft. Ich denke da z.B. an den Grüffelo. Bei dem hatten wir im Anschluss ans Vorlesen alle zusammen eine Waldlandschaft auf den Bänken aufgebaut und hatten mit Handpuppen die Geschichte nachgespielt. Die Großen haben mit verteilten Rollen gelesen, die Kleinen haben Geräusche gemacht oder eben gespielt.
Die Geschichte vom Maulwurf, der wissen wollte wer ihm auf den Kopf gemacht hat, haben wir mal als kleines Hörstück aufgenommen und die Kinder durften aus vielen Gegenständen aussuchen, welches AA welches Geräusch bekommt. Auch eine Vorlesestunde, die mir auf ewig im Gedächtnis bleiben wird.
Oft sind es aber auch nur die Reaktionen der Zuhörer, die eine Vorlesestunde zu etwas Besonderem machen. Glückliche Augen, lustige Zwischenfragen oder lachende Zuhörer: dann ist man als Vorleser einfach glücklich.


Verraten Sie uns, was Sie am liebsten backen und naschen?
Ich liebe kleine, schnell gemachte Backwerke. Hin und wieder auch besondere Naschereien wie Pralinen oder Macarons. Generell hilft meine Tochter (sie ist vier) unglaublich gerne in der Küche mit und deshalb mag ich alles, bei dem sie viel mithelfen kann (was ihrer Meinung nach auch bei allem möglich ist).
Wenn ich mit Kindern backe, dann achte ich darauf, dass es oft etwas zum Dekorieren gibt.