Ehrenamtliches Vorlesen

Ehrenamtliches Vorlesen

Erprobung und Evaluation von Regionalmodellen zur Leseförderung am Beispiel ehrenamtlicher Vorlesetätigkeit

Das Vorlesen und Erzählen bildet innerhalb der Frühförderung eine wichtige Möglichkeit, Kinder zum Lesen(-lernen) zu motivieren. Die Mitwirkung ehrenamtlicher Akteure gewinnt dabei vor dem Hintergrund an Bedeutung, dass in 30 Prozent aller Haushalte mit Kindern im Vorlesealter zu wenig vorgelesen wird. Doch freiwilliges Engagement findet häufig unbeobachtet statt und wird trotz seiner gesellschaftlichen Relevanz wenig systematisch erforscht. Inwieweit die ehrenamtlichen Vorleseinitiativen einen Beitrag zur Frühförderung leisten, welche Erfolge sie verzeichnen, aber mehr noch: welches Verbesserungspotential festgestellt und geweckt werden muss, möchte die Stiftung Lesen mit der Förderung des BMBF im Rahmen des Forschungsprojekts ermitteln: Erst mit dem Wissen darüber, welche Aktivitäten bereits laufen und welche Wirkung sie entfalten, können Modifizierungen mit der gewünschten Wirkung befördert und gegebenenfalls zu erwartende unerwünschte Effekte verringert werden.

03.04.2014

Ehrenamtliches Engagement in der Leseförderung

Rolle, Qualifikation und Motivation

gebanntes Zuhören ©Marion von Vlahovits/SFZ Hemau

14,5 Pro­zent der 15-Jäh­ri­gen haben Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben (PISA 2013). 15,4 Pro­zent der Schüler und Schülerinnen der vierten Grund­schul­klassen erreichen im Lesen kein ausreichendes Lei­stungsni­veau (IGLU 2011). 12 Pro­zent der Grundschüler und Grundschülerinnen erreichen nicht die Mindeststandards im Lesen (Län­der­ver­gleich Institut für Qualitätsentwicklung im Bil­dungs­we­sen 2011). Diese Kennzahlen verdeutlichen Handlungsbedarf: Unter den Kindern und Jugendlichen wachsen neue Generationen von Personen mit fehlender Lesekompetenz heran. Vielen von ihnen wird möglicherweise auch in Zukunft aufgrund man­geln­der Le­se­­fä­hig­kei­ten eine zen­trale Voraussetzung für Bildung, Berufszugang und ge­sell­schaft­li­che Teil­habe fehlen. Eine umfassende Förderung der Lesekompetenz und Lesemotivation ist daher von Beginn an notwendig.

Neben Bildungsinstitutionen und non-formalen Einrichtungen kommt maßgeblich Familien eine Schlüsselrolle in der früh­kindlichen Sprach- und Lesesozialisation zu. Aber es bedarf weiterer Akteure, die kompensatorisch und ergänzend zu Familien und Bildungsinstitutionen in der Leseförderung aktiv sind, u. a. zur Verstärkung und Ausgestaltung von Angeboten non-formaler Bildungsakteure. Hierin liegt eine zentrale Rolle und bildungspolitische Aufgabe für ehrenamtlich Tätige. Deutschlandweit engagieren sich 71 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren ehrenamtlich in verschiedenen Bereichen (BMFSFJ (Hrsg.) (2012): Erster Engagementbericht 2012). In vielen der gesellschaftlichen Bereiche, in denen sich Ehrenamtliche in Deutschland engagieren, finden sich Angebote zur Leseförderung.

Die im Rahmen des Projekts „Erprobung und Evaluation von Regionalmodellen zur Leseförderung am Beispiel ehrenamtlicher Vorlesetätigkeit“, das vom 1.1.2010 bis zum 30.4.2013 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziell gefördert wurde, aufbereiteten Daten stellen die Situation des ehrenamtlichen Engagements in Deutschland dar und analysieren diese in Bezug auf ehrenamtliche Tätigkeiten im Bereich der Leseförderung.

Die Studie zeigt die Bedeutung funktionierender und ausbaufähiger Netzwerke auf, die lokal, regional, überregional und bundesweit tätige Akteure in der Leseförderung miteinander verzahnen und Synergien schaffen. Die Stiftung Lesen geht diesen Schritt aktuell mit ihrem Netzwerk Vorlesen, das alle Leseinitiativen und Akteure deutschlandweit verbinden möchte (www.netzwerkvorlesen.de).

Die Studie steht im rechten Seitenbereich zum Download bereit.